Wiener Klassik


Die Premiere von Mozarts Quintett für Klavier und Bläser bereitet für das Publikum im 18. Jahrhundert durch die unerwartete Klangfülle einen Schock, aber gleichzeitig auch ein riesiges Vergnügen. Die Tonfarben der Bläser im Zusammenwirken mit einem Hammerklavier klingen gänzlich neu, avantgardistisch, unerhört reich, aber auch zart. Mozart sucht eine neue Herausforderungen und wird belohnt. Nach der Premiere am 1. April 1784 schreibt er an seinen Vater über dieses Quintett: „…welches ausserordentlichen beyfall erhalten … Ich selbst halte es für das beste was ich noch in meinem Leben geschrieben habe.“ Es wird das bedeutendste und finanziell einträglichste Konzert dieser Saison in Wien und für Mozart. Zum ersten Mal sind seine phantasiereichen Arrangements orchesternaher Klänge mit meisterhaften Harmonien und Dialogen zwischen Oboe, Klarinette, Horn und Fagott in Verbindung mit Hammerklavier zu hören. Nur 13 Jahre später arbeitet Beethoven mit dieser eigenwilligen Instrumentierung und ausgefallenen Klanggestaltung. Wie auch Mozarts Quintett so wird sein Werk in Wien am 6. April 1797 uraufgeführt. Beethoven entfacht in Kleinstbesetzung grandiose Klangkunst, ein Vorbote seiner späteren Kompositionen für große Orchester und Konzerte.
Unter dem Gruppennamen Die Freitagsakademie versammelt und vereint die Oboistin Katharina Suske die Solisten: Pierre-André Taillard an der Klarinette, den Hornisten Olivier Darbellay and Lyndon Watts am Fagott, am Hammerklavier antwortet mit hoher Virtuosität Edoardo Torbianelli. Diese fünf Musiker interpretieren die Texte von Mozart und Beethoven mit einer besonderen Klangsprache in einem höchst erfrischend, dynamischen Fluss. Es entsteht ein wahrer Hörgenuss dieser wunderbaren Melodien, die nicht mehr aus dem Sinn gehen wollen. Die Klangfarbe dieser Besetzung wird in einer natürlichen Aufnahmeart und Weise mit ausgewählter Akustik ohne Multimikrophonierung eingefangen. Produzent Stefan Winter legt wert auf die Einfachheit. Interpretation, Raum und Klang gehen eine elementare Einheit ein und verkörpern die hohe Kunst der Wiener Klassik.

Edoardo Torbianelli, Hammerflügel
Nach dem Klavier- und Cembalodiplom in Trieste studierte er u. a. an den Hochschulen Antwerpen und Tillburg. Spezialisierung auf historische Aufführungspraxis und Technik und Aesthetik des klassischen und romantischen Klavierspiels. Bei seinen zahlreichen, internationalen Konzerttätigkeiten spielt er oftmals auf historischen Hammerklavieren aus den wichtigsten Instrumentensammlungen Europas. Seine Werke werden sowohl von der Fachwelt, als auch dem Publikum mit Begeisterung aufgenommen. Neben anderen Auszeichnungen wurde er bereits zweimal mit dem angesehenen Diapason d’or prämiert. Unter seinen Spielpartnern befinden sich Thomas Albertus Irnberger, Pierre-André Taillard, Lyndon Watts, Sergio Azzolini, Amandine Beyer, Leila Schayegh, Chiara Banchini, Cristoph Coin, Maria Christina Kiehr und Gerd Türk.
Er wirkt als Dozent für Hammerklavier, Kammermusik und historische Aufführungspraxis an der Schola Cantorum Basiliensis, an der Hochschule Bern sowie an der Universität La Sorbonne in Paris.

Katharina Suske, Oboe
Im Zentrum ihrer Arbeit steht die kammermusikalische Tätigkeit und künstlerische Leitung des Berner Ensembles für Alte Musik DIE FREITAGSAKADEMIE. Studium der Blockflöte und Barokoboe in Wien, Milano und Den Haag u. a. bei Ku Ebbinge, Hans Peter Westermann und Pedro Memelsdorff.
Mitwirkung bei vielen namhaften Ensembles und Orchestern für Alte Musik wie I Barrocchisti (Ltg D. Fasolis), Drottningholms Barockensemble (Ltg A. Oestman), Akademie für Alte Musik Berlin, Opernorchester Zürich La Scintilla (Ltg W. Christie, A. Fischer), Concilium Musicum Wien (P. Angerer), Wiener Akademie (M. Haselböck), Venice Baroque Orchestra, London Baroque und Collegium Wartberg.
Folgende WINTER & WINTER Aufnahmewerke vom Ensemble DIE FREITAGSAKADEMIE sind erschienen: »Travelogues of Italy« CD N° 910 158-2, der HörFilm »Brandenburg Concertos, The Celebration« CD N° 910 194-2 [2 CDs] und die analoge Klangsprache »Brandenburg Concertos, The Selection«, nur erältlich als LP N° 917 194-1 und als Download.

Pierre-André Taillard, Klarinette
Pierre-André Taillard studierte Klarinette bei Hans Rudolf Stalder und Klavier bei Klaus Linder und Jürg Wyttenbach in Basel. Schon während der Ausbildung lernte er die historische Klarinette kennen und spielte bald neben seinem Lehrer in verschiedenen Orchestern (Concentus Musicus Wien, La Petite Bande, Les Musiciens du Louvre u. a.) unter Dirigenten wie N. Harnoncourt, F. Brüggen, J. Savall, F. Bernius und P. Herreweghe. Mozarts Klarinettenkonzert als Solist mit dem Concerto Köln wurde von der Kritik einhellig gelobt.
Seit 1989 unterrichtet Taillard an der Schola Cantorum Basiliensis sowie am Conservatoire von La Chaux-de-Fonds.

Lyndon Watts, Fagott
Lyndon Watts ist seit 1998 Solofagottist der Münchner Philharmoniker. Der australische Musiker studierte Fagott in Sydney und anschliessend Barockfagott bei Alberto Grazzi in Verona.
2002 errang Watts beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD den Sonderpreis für die beste Interpretation des Auftragswerks von Heinz Holliger. Seit 2002 hat er einen Lehrauftrag für Fagott an der Hochschule für Musik und Theater in München. 2005 übernahm er eine Dozentur für Fagott an der Hochschule der Künste in Bern. Internationale Meisterkurse gab er außerdem in England, Portugal, Japan, China, Korea, Singapur und Australien.

Olivier Darbellay, Horn
Olivier Darbellay wuchs in Bern in einer Musikerfamilie auf. Er studierte neben dem Violoncello Horn bei Thomas Müller und David Johnston und absolvierte zusätzlich ein Naturhornstudium an der Schola Cantorum Basiliensis.
Nebst internationalen Auftritten als Solist mit der Südwestdeutschen Philharmonie, der Tokio Sinfonietta, dem Philharmonique de Liège, der Philharmonia Zurich, dem Zürcher und Basler Kammerorchester, den Sinfonieorchestern Bern und Biel, sowie der Camerata Bern unter Dirigenten wie Heinrich Schiff, Heinz Holliger, Fabio Luisi und Mario Venzago widmet er sich intensiv der Kammermusik in diversen Formationen. Etliche Komponisten widmeten ihm Solo- und Ensemblewerke. 2006 UA am Lucerne Festival von Heinz Holligers Duo »Induuchlen« für Naturhorn und Countertenor.


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