Walking Out


Klänge der Wildnis von Montana

Filmregisseure von Dokumentar- und Spielfilmen sind von der einzigartigen Klangwelt des Komponisten und Cellisten Ernst Reijseger so überwältigt, dass sie ihre Bilderwelt mit Reijsegers Musik verbinden wollen. Werner Herzog war der Erste. Das junge Drehbuchautoren-Regisseur-Brüderpaar Alex und Andrew Smith entdeckten durch das Album Crystal Palace den holländischen Künstler und beauftragen ihn für ihren neuen Film Walking Out die Partitur zu kreieren. Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte von David Quammen und erzählt vom Überlebenskampf eines Vaters und seines Sohnes in der Wildnis von Montana. Die Brüder Smith fangen die raue Schönheit von Montana und die erschreckende Isolation dieses Ortes in grandiosen Bildern ein. Reijseger lässt sich von diesen hinreißenden Naturaufnahmen inspirieren, schafft neue Kompositionen, Improvisationen, Interpretationen und Adaptionen von Henry Purcells When I am laid in Earth aus der Oper Dido und Aeneas in drei verschiedenen Fassungen.
When I am laid in Earth I (Track 5) ist eine Zusammenarbeit von Ernst Reijseger mit dem Barockensemble Forma Antiqva unter der Leitung von Aarón Zapico (Forma Antiqva und Ernst Reijseger haben bereits im Jahr 2016 für das Album The Volcano Symphony zusammengearbeitet). Der schottische Percussionist Alan ‘Gunga’ Purves setzt hier seine Klangschläuche mit hoher Sensibilität ein. Reijsegers Cello-Improvisation und der Originalklang des Barockensembles verschmelzen ineinander zu einer homogenen Einheit. Für When I am laid in Earth II (Track 10) spielen im Duo der Flötist Erik Bosgraaf — diesmal ausnahmsweise an der Orgel — und Ernst Reijseger am Cello. Die drei Brüder Aarón, Daniel und Pablo Zapico bilden für When I am laid in Earth III (Track 14) die Continuogruppe zu Reijesegers Cello-Stimme und agieren auf sein freies Spiel, so entwickelt sich ein lebendiger, musikalischer Dialog zwischen Barockmusikern und Jazzimprovisation.
Ernst Reijseger stellt für jedes einzelne Stück eine besondere Kombination von Interpreten und ihren Instrumenten zusammen und schafft so reiche, vielschichtige Klangfarben. Er arbeitet mit so exzellenten Musikern wie dem Pianisten Harmen Fraanje, der Barockgruppe Forma Antiqva, dem Flötisten Erik Bosgraaf und den Cellisten Charles Watt und Djoeke Klijzing. Im Eröffnungsstück Walking Out erklingen eine Bassflöte, drei Celli und Orgel. Reijseger improvisiert zu diesen besonderem Ensembleklang und überzeugt mit Einfachheit und feinem Gespür. Im zweiten Stück Incoming Clouds verbindet Reijseger die schwebenden Töne von Klangschläuchen mit Klavier- und Altflöte. Jedes Stück stellt neue Farbklangkombinationen vor. Fanny Winter singt mit Erik Bosgraafs Altflöte unisono auf Alone with the View, begleitet von Djoeke Klijzing und Charles Watt an ihren Celli. In Geese Compass präsentiert sich das Duo Ernst Reijseger und Harman Fraanje an der Kirchenorgel. Reijseger läßt seine Kompositionen durch die Vielfalt von Erik Bosgraafs Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassflöte bereichern. Neben den Flöten spielen auch die fein aufeinander abgestimmten Klangschläuche von Alan ‘Gunga’ Purves eine wichtige Rolle, eindrucksvoll ist dies auf Northern Lights zu erleben. Mit In Mid Air schließt das Album Waling Out. Reijseger singt und spielt Cello, begleitet von Erik Bosgraaf an der Altflöte, Harmen Fraanje am Piano und dem Perkussionisten Alan ‘Gunga’ Purves.

Die Bilder der Wildnis von Montana haben Reijseger inspiriert diese Musik zu komponieren und zu spielen. Seine aufregenden Klangfarben-Kombinationen im Zusammenwirken mit Barockinstrumenten und gefühlvollen Improvisationen laden von der ersten bis zur letzten Minute zum Zuhören ein.


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